Donnerstag, November 02, 2006

Affentheater

Liebe Alex

Im allseits gelobten South Luangwa Nationalpark in Zambia verbrachten wir einige Naechte direkt am Luangwa River. Das Camp wurde tagsueber wie auch durch die Nacht von Elefanten besucht. Dies war fuer uns sehr eindruecklich und raubte mir des oeftern den Schlaf. Nicht nur die Elefanten, die auf sehr leisen Sohlen durchs Camp schlichen, sondern auch die Flusspferde, die mit lautem Schmatzen neben unserem Auto grasten, stoerten meine Nachtruhe. Dies konnte Andres Schlaf jedoch keines Falls stoeren...

Eines Abends sassen wir mit einem deutschen Paar gemuetlich bei einem Glas Wein,' plauderten und warteten und warteten.... Doch die Elefanten tauchten nicht auf. Wir hoerten nur lautes Loewengebruell von der anderen Seite des Flusses, das durch Mark und Bein ging. Irgendwann war der Wein ausgetrunken und wir gingen wohl oder uebel ohne Elefantenbesuch ins Bett. Am naechsten Morgen fragte ich den Nachtwaechter, ob er wisse warum die Elefanten sich letzte Nacht nicht im Camp blicken liessen. Ja natuerlich! Ihr habt so gemuetlich zusammen gesessen. Da habe ich gedacht ich verjage die Elefanten mit Steinen, als sie sich dem Camp naeherten, damit ihr ungestoert weiter plaudern konntet...


Im Nordwesten besuchten wir Andrea & & Michael. Mit ihnen sind wir gemeinsam durch Zentralafrika gereist. Chimfunshi Wildlife Sanctuary war ihr zu Hause waehrend mehrerer Wochen. Aus unserem geplanten Aufenthalt von zwei oder drei Tagen wurden ganze zehn Tage, denn wir genossen die Gesellschaft der Schimpansen. Ok, natuerlich auch die der anderen Bewohner! Auf den Bushwalks tobten wir mit den jungen Schimpansen oder lausten uns gegenseitig. Wie aehnlich Schimpansen den Menschen sind konnten wir hautnah miterleben. Warum gibt es eigentlich das Wort Affentheater? Nun koennen wir uns vorstellen warum. Welchen Tumult und welches Geschrei die Schimpansen machen koennen, vorallem wenn es um Futter geht, muss man einfach selbst erlebt haben.

Kuschelstunde mit GUS, was eher selten war. Er war mehr an meinen T-Shirts interessiert und brachte es sogar fertig mich einmal oben ohne dastehen zu lassen!

Die kleine DEE-DEE ist ein richtiger "Mami-Hoeck"

Michael und Andre bei der obligaten Turnstunde. ALICE und HANS hatten hoerbaren Spass daran!



Riesige Kumuluswolken begleiten uns auf unserem Weg durch Namibia. Wir machen uns einen Spass daraus Fuchur und andere Fabeltiere am Himmel zu entdecken. Nachts dann stehen unzaehlige Sterne leuchtend und blinkend am Himmelszelt. Einige scheinen die Erde zu beruehren. Die Tage werden merklich laenger und so geniessen wir die Abende noch intensiver.

Schon bald werden wir unser Ziel Kapstadt erreichen. Wir melden uns wieder vom Kap der Guten Hoffnung!

Liebe Gruesse
Claudia und Andre

Montag, Oktober 16, 2006

Sterne ueber dem Malawisee

Liebe Alex



Lake of Stars - das ultimative Musikfestival. So wurde es in Malawi angepriesen und ein solches Spektakel wollten wir uns nicht entgehen lassen. Kurzerhand sind wir vom Sueden in den Norden von Malawi gefahren, direkt an den unter Aquariumbesitzern wohlbekannten Malawisee. Dieser natuerliche See, in Mozambique unter dem Namen Niassasee bekannt, beherbergt um die 500 Fischarten der Cichlidae-Familie. 99% davon sind endemisch. Die kleinen farbigen Mbuna Fische (Cichlidae) werden in alle Welt an Aquariumliebhaber exportiert.

Das Lake of Stars Festival dauerte drei Tage. Da sich die Preise auf europaeischem Niveau befanden, war das Festival nicht ganz so afrikanisch wie wir es uns vorgestellt hatten. Doch es
war allemal einen Besuch wert und die meist malawischen Bands konnten uns ueberzeugen. Zugegebenermassen war es nicht mit einem Gurtenfestival zu vergleichen!

Nach einem erlebnisreichen Wochenende wollten wir uns bei einer Pedalofahrt und mit Schnorcheln vergnuegen. Leider hatte es zu hohe Wellen und unser Plan ging baden. Auf unserer Rueckfahrt zur Lodge dann das Disaster: Erneuter Motorschaden! Ich war schon nahe daran unser Fahrzeug zu verhoekern! Andre hat mich milde gestimmt und fuer sFr. 350.-- Materialkosten und in tagelanger Schwerstarbeit den ganzen Motor revidiert. Das Ergebnis laesst sich wirklich sehen. Der Motor laeuft einwandfrei und hat bereits wieder ueber 2000 Kilometer auf dem Buckel!






Wie ich die Zeit vertrieben habe bedarf kaum Worten...


Liebe Gruesse
Claudia und Andre

Donnerstag, September 21, 2006

Bildeindruecke aus Mozambique





am Strand lassen wir es uns gut gehen...








Unser Prachtwerk nach erfolgreichem Bastelkurs...

Plauderstuendchen mit den Kindern an der Faehre...

laendliches Marktgeschehen...

die Beifahrerin muss zu Fuss von der Faehre...

Donnerstag, August 17, 2006

... und es hat sich gelohnt!

Botswana soll der Garten Eden sein, hat uns ein Suedafrikaner erzaehlt. Nachdem ich ueber diesen Ausspruch nachgedacht hatte, musste ich ihm Recht geben.

Liebe Alex

Schon einmal vorne weg - Botswana war bestimmt ein Highlight unserer Reise!

Botswana ist in etwa so gross wie Frankreich, hat jedoch nur ca. 1.5 Mio Einwohner. Das Pro-Kopf-Einkommen zaehlt, dank dem Diamantenvorkommen, zu den hoechsten in ganz Afrika. Auch der Tourismus ist ein wichtiger Einkommensfaktor. Uns war schon vor unserem Besuch klar, dass wir uns den Luxustourismus in diesem Land nicht leisten koennen. Bereits in Namibia bekamen wir von Suedafrikanern viele Tips, um auf erschwinglichen Pfaden das Land zu bereisen. Die fuer uns am abenteuerlichsten klingende Route haben wir uns ausgesucht. Unser Plan war wie folgt: Zuerst den einen Arm des Okavangodeltas umrunden, dann via Savuti durch den Chobe Nationalpark nach Kasane, an die Grenze zu Zambia und Zimbabwe zu fahren. Die benoetigte Dieselmenge wurde ausgerechnet, Lebensmittelvorraete aufgestockt und genuegend Wasser gebunkert. Von anderen Reisenden hatten wir erfahren, dass in dieser Gegend herrliches Wildcampieren moeglich sei und wir freuten uns schon darauf.




Im Okavango-Delta unternahmen wir eine traumhafte Mokoro-Fahrt (Einbaum) und gingen zu Fuss auf die Pirsch. Dabei konnten wir etliche Tiere, vorallem viele Voegel beobachten. (Auch die Elefanten fehlten nicht!)



Am 2. Tag unserer Weiterfahrt Richtung Savuti erschienen die ersten Schilder der Privatcamps die besagten, dass hier eine Durchfahrt oder sogar eine "wilde" Uebernachtung hohe Bussen nach sich ziehen wuerde. Wir als rechtschaffene Schweizer nahmen natuerlich nicht diese Sandpiste, obwohl uns gerade diese waermstens empfohlen wurde. Mittlerweile waren wir uns nicht mehr ganz so sicher, ob die Entscheidung diese Route zu fahren, die Richtige war. Es bleibt zu erwaehnen, dass wir zuvor ein Safarifahrzeug gekreuzt hatten und der beim Auto zurueckgebliebene, wortkarge Fahrer keine Freude hatte uns zu sehen. Seine wenigen Saetze, die wir ihm richtig aus der Nase ziehen mussten, waren in etwa: Dies ist eine Privatstrasse, fahrt zuegig weiter bevor die Jaeger und Ranger unseres Privatcamps zurueck sind. Sie versuchen gerade einen Elefantenbullen zu schiessen. Die haben keine Freude , wenn sie euch treffen. Auch die naechsten zwei Fahrzeuge denen wir im Laufe des Tages begegneten, waren nicht sehr erfreut ueber unser Erscheinen. Wir jedoch waren immer noch bester Laune, denn wir hatten bereits hunderte Elefanten, etliche Giraffen, Bueffel und viele Tiere mehr gesehen. Als wir unplanmaessig in der Linyanti-Region ankamen, waren wir sprachlos... Elefanten, Giraffen, Zebras, Gnus, Flusspferde, Paviane auf einen Blick, wow! Langsam mussten wir uns mit dem Gedanken 'Nachtlager' auseinander setzen. Eins war uns klar - bei soooo vielen Tieren schlafen wir nicht im Busch! In alter Manier nahm ich den Knecht Reisekatalog zur Hand und verglich die Unterkuenfte mit dem GPS. Schnell merkten wir, das dies eine 'sau'-teure Nacht werden wird. In dieser Region gibt es nur Luxuscamps. Als wir die naechstbeste Lodge ansteuerten, trauten die Angestellten ihren Augen nicht. "Wie um Himmels willen habt ihr unser Camp gefunden?" GPS und "Traks for Africa" laesst gruessen! Anfangs waren wir keine gerngesehenen Gaeste... Auch fuer uns ist nun klar, dass diese Region exklusiv bleiben soll, und dies kann sie nicht, wenn jeder Dahergefahrene vorbeischaut. Bei sFr. 900.-- pro Person und Nacht soll es auch so bleiben... Vom Hauptbuero in Maun, das angefunkt wurde, erhielten wir eine nicht auszuschlagende Zimmerrate. Na ja, Andre's Budget hat es schon strapaziert - er hat mich naemlich eingeladen!!

Kurz darauf ging es auf den Sundowner-Game-Drive (...), nur wir zwei und unser Guide. Anschliessend spiesen wir fuerstlich und sassen mit den anderen Gaesten noch lange am Lagerfeuer. Am naechsten Morgen sassen wir schon frueh wieder im Landrover. Welche Tierszenen wir zu Gesicht bekamen, koennen die Bilder nicht zeigen (...). Wir sahen Loewenbabies zu, wie sie ueber den Fluss schwammen und andere Loewenkinder beobachteten wir beim Herumtollen. Hast du schon einmal einen Leoparden-Kanibalen gesehen? Wir schon; hoch oben auf dem Baum verspies er seine Artgenossin. Gemaess unserem ausgezeichneten Guide wurde sie von einer Loewenmutter getoetet. Nach diesen ultimativen Tiererlebnissen fuhren wir weiter Richtung Kasane. Wir koennen nur die Worte vom Knecht Katalog wiederholen: 'Wilderness Safaris entfuehrt jeden Reisenden tief in die afrikanische Wildnis. Das Duma Tau Camp ist aeusserst komfortabel, bietet Ruhe und Abgeschiedenheit und vermittelt unbeschreibliche Naehe zur Natur. Die Safariguides sind sehr gut ausgebildet und der Service laesst keine Wuensche offen.'

Noch heute schwaermen wir in hoechsten Toenen von unseren Botswana-Erlebnissen, obwohl wir auch von hier in Mozambique ueber neue spannende Stories berichten koennen. Wir waren unter anderem mit Delfinen und Walhaien schnorcheln. Dabei konnten wir auch Buckelwale beobachten, doch dies im naechsten Brief...

Liebe Gruesse
Claudia

Sonntag, Juli 16, 2006

Grenzerfahrungen



Wow - endlich im ersehnten Namibia. Das dachten wir zuerst...

Liebe Alex

"Afrikas herbes Paradies", "Land der Gegensaetze", "das Kleinod Afrikas" - so wird Namibia oft genannt. Im Reisefuehrer wird das Land als faszinierende Mischung aus unberuehrter Natur, Menschen vieler Kulturen und Zeugnisse deutscher Kolonialgeschichte gepriesen.

Wir geniessen es mit Andre's Eltern auf guten Pisten in einem weit entwickelten afrikanischen Land unterwegs zu sein. Vielerorts, ganz ungewohnt fuer uns, wird hier deutsch gesprochen und das nicht nur von Touristen. Dies fuehrt auf die deutsche Kolonialisierung, die aber schon 1914 nach Ausbruch des 1. Weltkrieges endete, zurueck.


Zuerst besuchen wir die Etosha Pfanne mit ihrer artenreichen Tierwelt. Mehrere Tage folgen wir den Tierspuren und verbringen Stunden bei den nachts beleuchteten Wasserloechern. Zu den unzaehligen Elefantenfotos aus Burkina Faso, Nigeria und Kamerun sind nun noch etliche dazugekommen. Fasziniert hat uns auch die grosse Anzahl an Giraffen. Endlich lassen sich auch Giraffen beim Trinken beobachten. Dabei machen diese einen ungelenk wirkenden Spagat, da es ihre nur 7 Halswirbel mit der Muskulatur nicht zulassen den Kopf ganz nach unten zu beugen. Sogar ein Loewe und eine Loewin beobachten wir nachts beim Jagen eines Springbockes. Ich bin heilfroh, ist die angepeilte Beute aufmerksam genug und steht heute nicht auf der Menuekarte der Loewen.


Ein weiteres Highlight sind die Duenen im Namib-Naukluft Park. Die Sternduenen sind bis zu 220 Meter hoch und gehoeren zu den hoechsten der Welt. Mehrmals nehmen wir den anstrengenden Weg auf die Duenen in Kauf. Vorallem abends, wenn das Licht die Duenen in allen Rottoenen ergluehen laesst, ist das Farbenspiel faszinierend und bliese der Wind uns den Sand nicht ins Gesicht, stuenden unsere Muender offen.




Abseits der Touristenpfade erobern wir mit den zwei Gelaendewagen die Offroad-Pisten. Von der Einsteigerstrecke, wir wollen Andre's Eltern nicht von Anfang an ueberfordern, bis zur Schwierigkeitsstufe 4 in der 4x4 Skala (was auch immer dies bedeuten mag...), befahren wir alles. Ueberfordert ist zu guter Letzt nur unser Buesli, es ist eben doch kein reinrassiges Gelaendefahrzeug. Die felsigen Steilhaenge verlangen unserem Auto einiges ab, uebersteht aber Dank Andre's Fahrkuensten und namibischen Helfern auch dies schadlos. (Leider gibt es von diesen Szenen keine Fotos, zu nervoes bin ich bei diesen Manoevern!)


Unser Besuch hat uns mittlerweile verlassen und ist heil in der Schweiz gelandet. Wir sehnen uns bereits wieder nach dem unterentwickelten Afrika mit den bunten Strassenmaerkten. Deshalb fahren wir in den naechsten Tagen weiter via Botswana nach Zambia und Malawi und hoffen, dass uns dort das einfachere afrikanischere Leben erwartet.

Ganz herzliche Gruesse aus dem nachts sehr kuehlen Namibia.

Claudia und Andre

Sonntag, Juli 02, 2006

Unser Buesli leidet unter Trennungsschmerz...


Wow, bei dieser Suedseeidylle werden wir richtig neidisch!

Bom dia Alex

Hat dich Rolf auch jeden Abend mit seiner Ukulele in den Schlaf gesungen?
Meine Ukulelekenntnisse halten sich noch in Grenzen. Dafuer habe ich mir ein neues Hobby zugelegt: Nichts tun! In diese "Beschaeftigung" fuehrten mich die Afrikaner - nicht die Afrikanerinnen - hoechstpersoenlich ein. ... die afrikanischen Klischees lassen gruessen! Ausserdem vertreibe ich mir hier die Zeit mit Kochen, Plaudern, Lesen und Malen. Du siehst, mir wird es nie langweilig.


Seit fast zwei Monaten sind wir nun auf der Suedhalbkugel unterwegs, haben die Aequatortaufe gefeiert und den Tropenwald durchquert. Leider gibt es in Kamerun, Gabun und den Kongos nur noch wenig primaeren Regenwald. Unentwegt wird dieser schonungslos abgeholzt. Im oelreichen und bevoelkerungsarmen Gabun haben wir auf den Strassen fast nur Holztransporter gekreuzt. Hier findet der Ausverkauf des Tropenholzes statt!






Die erwarteten und auch ein wenig erhofften Schlammschlachten auf den Strassen der Kongos blieben aus. Unsere Vorstellungen dieser Laender stimmten lediglich im Zustand der Pisten mit der Realitaet ueberein. Die Strassen waren eher sandig-trocken und auesserst ausgefahren(dieses Foto bildet eine Ausnahme). Meist fuhren wir im Schneckentempo. Dafuer bekamen wir von Land und Leuten mehr mit. In den Doerfern wimmelte es nur von Kindern, die alle bei unserer Durchfahrt an die Piste gerannt kamen und freundlich winkten. Lustig war es zu sehen, wie sie alles liegen- und fallenliessen, nur um uns zuzuwinken. Zu keiner Zeit waren in den krisengeschuettelten Regionen Agressionen zu spueren.


Angola das Land der grossen Gegensaetze. Ueber 2000 km fuehren wir in diesem bemerkenswerten Land. Nach 28 Jahren Buergerkrieg besteht Hoffnung, nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages im Jahre 2002, auf Ruhe un Stabilitaet. Nach all den von den Franzosen kolonialisierten Laendern West- und Zentralafrikas, kramten wir unsere mageren portugiesisch Kenntnisse aus dem Gedaechtnis. Nicht ganz einfach nach 8 Monaten Franzoesisch palavern.Haben wir doch diese Sprache zwischenzeitlich richtig lieb gewonnen.

Die Hauptstadt des Landes hat uns ueberrascht. Der Oelreichtum verhalf Luanda zu einer, fuer Afrika, hypermodernen Stadt. Hier sind die Oelmultis allgegenwaertig. Auf dem Lande sind die Menschen arm und profitieren nicht vom Oel. Trotzdem spuerten wir allerorts eine Aufbruchstimmung, die sich durch ihren grossen Arbeitswillen bemerkbar macht. Landschaftlich hat uns der Sueden verzaubert. Gerne haetten wir, wenn unser Visum nicht abgelaufen waere, diese Region laenger bereist. Lediglich die Strassen haben uns nicht zugesagt. Hier gab es die schlechtesten Pisten unserer Reise, was auf Grund des jahrelangen Buergerkrieges nicht verwunderlich ist. Die Teerstrassen, wenn man die so nennen darf, bestanden mehrheitlich aus tiefen krateraehnlichen Loechern. Rechts und links der Strasse waren Minenwarnschilder angebracht. Zu Fuss waeren wir mancherorts schneller gewesen...



Nun in Namibia hat unser Buesli Trennungsschmerz. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick, als das gelbe Wuestenfuechsli zum ersten Mal in Niamey (Niger) gesichtet wurde. Doch ein paar Monate spaeter trafen sie sich in Yaounde (Kamerun) wieder. Die beiden Fahrzeuge, und nicht nur diese, haben sich auf Anhieb bestens verstanden. Tolle Reisegeschichten 'schrieben' wir die letzten zwei Monate gemeinsam. Andrea und Michael, ebenfalls zwei Berner, ich fuehlte mich manchmal schon als Thurgauer "Randgrueppeler", haben uns durch Zentralafrika begleitet. Ganz sehnsuechtig schaut unser Buesli nun zurueck und kann das gelbe Wuestenfuechsli leider nicht mehr ausmachen. Ob wir sie auf unserer Reise nochmals wiedersehen?

Nun liebe Alex, wuenschen wir dir und Rolf eine gute Eingewoehnungszeit in der Schweiz. Falls ihr zwischendurch an Fernweh leidet, was bestimmt vorkommen wird, nehmt eure tollen Bilder zur Hand und schweift ein wenig in die Ferne zurueck...

Liebe Gruesse
Claudia

Dienstag, Mai 23, 2006

Wenn dir die Welt... die dir dauernd Fragen stellt... gerade nicht gefaellt...

...
dann nimm dir ne Stunde, ein paar bleierne Pfunde...
tauch leise ab tief, weil die andere Welt dich rief...
frei von Zeit frei von Raum, Gedanken frei fuer einen Traum...
das waessrige Element erschwebend und Unglaubliches erlebend...

... in etwa so wuerde ich unsere Tauchgaenge am Ende des Regenbogens beschreiben.
War noch vor unserem Aufenthalt in Palau eine Unterwasserbegegnung mit einem Hai eher Teil eines Albtraumes so wurde es in den hiesigen Gewaessern schnell zur Gewohnheit diesen eleganten Jaegern (Graue Riffhaie, Weiss- und
Schwarzspitzenriffhaie) beim Tauchen zu begegnen...

... wir haben sie solange umhergehezt, dass sie nur noch schlafen wollten... sind echt schnell und jaegerisch begabt, aber nicht sehr ausdauernd die Viecher...



... und wenn sie dann so ganz nah zu uns kamen war da ein Mix aus Freude am Fotomotiv und ein leises "dum-dum..dum-dum" im Hinterkopf aus "der weisse Hai"...



Es ging sogar soweit, dass sie uns bei unseren Begegnungen im 29 Grad warmen Wasser sympatisch und hoeflich vorkamen ausser sie nahmen gerade Witterung nach Futter auf... Eher bissiger kamen uns da die Putzerfische (befreiten Alex von den Ueberresten der aufgekratzten Mueckenstichen) oder die kleinen Riff-Fische, fuer die wir wohl Konkurrenz genug waren fuer einen Angriff.

In den Gewaessern von Palau ist die Vielfalt der anzutreffenden Unterwasserlebewesen unuebertrefflich (ausdauernde Menschen haben ueber 1500 verschiedene Sorten gezaehlt...). Fuer uns waren neben den Haibegegnungen denn auch die Naehe zu Mantas und Adlerrochen oder auch das Schwimmen inmitten hunderter von Barracudas oder Riesenaugen-Jackfischen (sie sehen ein bisschen aus wie beleidigte Zombies...) unglaubliche Erlebnisse.

... keiner der Jack's brachte ein Laecheln hin... die Dinger muessen sehr viel Trauriges im Leben erlebt haben...



Nachdem ich die beleidigten Zombies auch mit meiner erfolgreichsten Unterwasser-Aufmunterungs-Show nicht froehlich stimmen konnte, widmeten wir uns auch sehr gerne den schoenen Mandarin-Fischen und dem Schwimmen mit den vielen Schildkroeten, die wir uebrigens viel lieber "super finden" als dass wir sie in der Suppe finden...

Schildkroeten in der pazifischen Ozean-Suppe...






Alles in allem ist diese fremde Unterwasserwelt einfach unglaublich schoen. Da wir beide keine grossen Luftverbraucher unter Wasser sind, haben wir denn auch mal die Grundzeit (die Dauer in tiefer See die Fischlis zu beobachten) ein bisschen ueberstrapaziert und mussten uns "zur Strafe" schrittweise mit Dekostopps an die Oberflaeche schichten... Aber immer sind wir ohne bleibende Schaeden auf dem "Poht angeghomehn" (war ein Witz im Witz...) und sind hier soviel getaucht wie sonst nur innerhalb mehreren Jahren.

Neu fuer uns war der Einsatz des "Reef-Hook". Das funktioniert in etwa so:
Erst kaufst du dir so ein Ding (Stueck Schnur mit einem metalligen Haken) und wickelst ihn dann fachgerecht auf (so dass er sich unter Wasser ganz easy entfalten laesst...). Dann sollte man ihn vorteilhafterweise nicht auf dem Boot liegen lassen sondern in der Tauchweste verstauen... Unter Wasser an einem Ort angelangt, wo die Stroemung so gross ist, dass menschliche Wesen die Position trotz ausgesprochener Sportlichkeit nicht halten koennen und derweilen die Fische mit lockeren Flossenschlaegen in der Stroemung jagen, wo man sich dann eben mit dem Haken am toten Riff einhakt (tote Riffs werden uebrigens nicht begraben, sondern die laesst mam einfach auf dem Grund liegen...) und die falsch gewickelte Schnur sich einfach nicht in voller Laenge zeigen will, man dann eigentlich angehakt das Schauspiel unter
Wasser geniessen sollte (quasi Live-TV "Totale Fisch-Vielfalt"), sich aber stattdessen einhaendig die Leine muehsam entwirren muss waehrend man sich mit der anderen Hand am Riff festklammert (ein bisschen lang geworden der Satz, ich weiss...geht aber noch weiter...). Gerade in diesem Moment (ich bin immer noch bei der Geschichte mit dem Haken...) schwimmt dann eine aeussert seltene Fischspezies ein paar cm ueber deinem Kopf und du erkennst die einmalige Gelegenheit, dies mit deinem Fotoapparat (der steckt in der anderen Westentasche...) festzuhalten. Gelingt dir dank deiner ausserordentlichen Routine dieses Kunststueck in Sekundenschnelle und du bist endlich sorgenfrei angekettet und fotobereit, entschliessen sich deine Tauchkollegen sicherlich zum Loesen der Verhakung und zwecks Aufbruch zum naechsten Tauchziel...
soviel zum stressfreien Tauchen...
Wir hatten aber viele Moeglichkeiten dies zu ueben und so bin selbst ich nun ein professioneller "Haekler" oder Insider nennen mich gar "Captain Hook"!

Aber nicht auf allen Tauchgaengen hat man mit Unwidrigkeiten wie Stroemung, schlechter Sicht oder Haekel-Stress zu kaempfen und manchmal taucht man in Gebieten, wo sich die Fische
allesamt (nach vorheriger Absprache natuerlich...) bestens versteckt halten und sich auch die Korallen farblos zeigen. Dann kommt es schon mal vor, dass man ueber sehr seltsame Dinge nachzudenken beginnt wie z.B; "wie waere das wohl, wenn ich Alex jetzt die beiden Flossen klauen wuerde" oder "welcher Unterwasser-Spass bringt wohl das eklige Salzwasser dazu, Alex' Tauchmaske zu fuellen (z.B. durch die Lachfaeltchen unter der Maske...)"? Ich habe mich denn fuer eine ausserordentlich originelle Idee entschieden und habe mich heimlich von unten an Alex rangetaucht und sie praktisch ruecklings tauchend unter ihr eingeholt um sie mit meiner uebelsten Tauchgrimasse ein bisschen zu erschrecken. Alex hat mich dort aber nicht entdeckt (vielleicht wollte sie mir den Gefallen auch einfach nicht tun, mich zu entdecken...) und ich gab solange nicht auf, bis ich mir (natuerlich ohne Sicht nach vorne) an einem Riff den Kopf ganz schoen aufschlug... Danach hatte ich endgueltig (so ca. 2 Tauchgaenge lang...) genug von solchen Spaesschen .... ist aber auch aergerlich, wenn das Publikum nicht mitspielt...

Also genug von unseren Taucherlebnissen...

Ich wuensche euch fuer den Rest eurer Reise alles Gute und waehrend wir uns nun auf den Heimweg machen, werde ich wohl oefters ein bisschen neidisch an euch denken...
und natuerlich schaue ich auch ab und zu mal in den Blog, denn nun seid ihr an der Reihe mit dem regelmaessigen Fuettern desselben.

... und etwa so verdutzt wie mein Lieblingsfisch, der Napoleon werde ich dreinschauen, wenn denn keine Eintraege von euch zu finden sind...




Machts gut und geniesst die Zeit.
Rolf und Alex
ohne Worte ....

Schiff Ahoi

Endlich geht die lang ersehnte Tauchfahrt los. Puenktlich meldete sich die Sonne zurueck und sollte uns Gluecklichen, fast die ganze Reise ueber treubleiben. Wir besichtigen unser Schiff die "Ocean Hunter" und erscheinen der Crew offensichtlich so sympathisch, dass wir gleich die Super-Luxus-Kabine erhalten. Rolf und ich beschliessen, um Missgunst anderer Passagiere zu vermeiden, die Tuere immer geschlossen zu halten. Ja,wir haben die anderen Kabinen auch gesehen!


Als bunt gemischte Truppe stachen wir in See. Die Passagiere: ein Honeymoon-Paar aus England, ein Banker aus Australien und zwei Schweizer. Die Crew, uebrigens die Beste die ihr euch vorstellen koennt: Siksey unser Kaepten aus Palau, Alain Divemaster aus den Phillipinen und unser nepalisischer Koch, Chhetera.

Natuerlich bildeten die Tauchgaenge die Hoehepunkte aber auch ueber Wasser gabs nichts zu meckern. Um 7.00 Uhr gings jeweils zum ersten Mal in die blaue Tiefe, vorher gabs natuerlich ein kleines Fruehstueck und danach wurde dann richtige gebruncht. Um 10.00 zweiter Tauchgang danach Lunch, um 13.30 der dritte Abtaucher, gefolgt von einer "kleinen Erfrischung", 16.00 nochmals ins Wasser danach Tee... fuer die ganz Wilden noch ein Nachttauchgang (waren uebrigens wirkliche Wow-Erlebnisse) und dann endlich Abendessen. Ihr ahnt es wohl schon Chhetera hat uns so gemaestet, dass sich die in Thailand verlorenen Pfunde bereits wieder auf meinen Rippen befinden.


Aber was macht man denn in der Zeit in der man nicht gerade unter Wasser oder am Schlemmen ist? Zu sehen gibts immer was:


Siksey und Alain beim Fischen beobachten (die zwei sorgten jeweils erfolgreich fuer frischen Sashimi-Nachschub)



beim Morgen-Tee auf Deck (war komischer Weise immer die Erste, koennt ihr euch das vorstellen?) konnte ich mehrfach Schildkroeten sehen, ein riesen Schauspiel waren die Delphine, die unser Boot begleiteten,


die Landschaft und die Sonnenuntergaenge waren einmalig, Nachts musste man sich zwischen dem Sternenhimmel oder den jagenden Riffhaien entscheiden.

Auch ein paar Ausfluege machten unser Programm noch etwas bunter...

ein Erlebnis der glibberigen Art: im Jellyfish Lake leben Millionen von Quallen fast ganz ohne natuerliche Feinde. Deshalb haben sich ihre Tentakeln mit den Nesselzellen zurueck gebildet und dem Schnorchler wird somit ein ungefaehrliches, faszinierendes und unwirklich wirkendes Schauspiel geboten.

Langweilig werden wuerde es also auch Nicht-Tauchern nicht...
uns hat jedoch auch die Unterwasserwelt einige unvergessliche Erlebnisse bereitet... doch dieses Kapitel "gehoert" Rolf.

Gruesse
alex.